Zum Inhalt springen

Drohnenversicherung: Pflicht, Kosten und was die Haftpflicht abdeckt

Zuletzt geprüft am 1. November 2026. Quelle: Luftfahrt-Bundesamt (LBA).

In Deutschland muss jeder Drohnenhalter eine Haftpflichtversicherung haben, egal wie viel die Drohne wiegt. Hier lesen Sie, was das Gesetz verlangt, wann Ihre Privathaftpflicht ausreicht, was die Modellflugverbände bieten und was eine Drohnenversicherung kostet.

Ist eine Drohnenversicherung Pflicht?

Ja. Nach § 43 Absatz 2 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) muss der Halter eines Luftfahrzeugs, also auch einer Drohne, eine Haftpflichtversicherung für Schäden an Dritten abschließen. Die Pflicht gilt für jede Drohne, unabhängig vom Gewicht. Wer ohne Versicherung fliegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Halter ist in der Regel, wer die Drohne gekauft hat und über ihre Nutzung bestimmt. Wer eine fremde Drohne fliegt, sollte ebenfalls haftpflichtversichert sein.

Mindestdeckung

Die gesetzliche Mindestversicherungssumme richtet sich nach der Höchstabflugmasse. Für Drohnen und andere Luftfahrzeuge unter 500 kg beträgt sie 750.000 Rechnungseinheiten (Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds). Stiftung Warentest legt in ihrem Test der Privathaftpflicht mindestens 10 Millionen Euro zugrunde.

Versicherungsnachweis

Ihr Versicherer muss Ihnen nach § 106 Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) kostenlos eine Versicherungsbestätigung ausstellen. Sie bestätigt, dass eine Haftpflichtversicherung besteht und die Mindestdeckung eingehalten wird. Führen Sie die Bestätigung bei jedem Flug mit, denn die Behörden können sie verlangen.

Name des Versicherers und Nummer der Police brauchen Sie außerdem für die Betreiberregistrierung beim LBA.

Reicht meine Privathaftpflicht?

Oft ja, und laut Stiftung Warentest ist das häufig der günstigste Weg, eine Drohne zu versichern. Die Tarife unterscheiden sich aber stark:

  • Gewicht: Die meisten Privathaftpflicht-Policen versichern laut Stiftung Warentest nur Drohnen bis 2,5 kg. Manche Tarife decken nur Drohnen bis 250 g.
  • Art: Manche Tarife versichern nach wie vor nur nicht motorisierte Flugmodelle.
  • Wer fliegt: Die klassische Privathaftpflicht versichert meist nur die Nutzung durch Familienmitglieder, nicht durch Freunde, die sich die Drohne leihen.
  • Nutzung: Die Privathaftpflicht deckt Freizeitflüge, keine gewerbliche Nutzung.

Die Verbraucherzentrale rät, sich vom Versicherer schriftlich bestätigen zu lassen, ob und wie die Drohne versichert ist. Fehlt der Schutz, fragen Sie, was eine Erweiterung kostet.

Spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung

Spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherungen decken laut Stiftung Warentest oft auch schwerere Drohnen, fremde Piloten und eine gewerbliche Nutzung in kleinem Umfang, etwa wenn Sie sich mit Drohnenaufnahmen etwas dazuverdienen. Wer hauptberuflich mit Drohnen arbeitet, braucht einen erweiterten Schutz.

Spezialversicherer wie Coverdrone bieten Policen für einen Tag, einen Monat oder ein Jahr, für Freizeit oder Gewerbe. Manche Anbieter von Privathaftpflicht, etwa Barmenia Gothaer, schließen Drohnen bis 5 kg in ihren Standardtarifen ein (im Spar-Tarif bis 250 g).

Versicherung über einen Modellflugverband

Die deutschen Modellflugverbände schließen in den meisten Mitgliedschaften eine Haftpflichtversicherung ein:

  • DMFV: Deckung von 2 bis 12 Millionen Euro je nach Tarif, ab 42 € im Jahr für Erwachsene im Jahr 2026 (Basis). Der Basis-Tarif gilt deutschlandweit bis 1 kg auch außerhalb von Modellfluggeländen, die höheren Tarife weltweit.
  • MFSD: Die Tarife VIPER (49 € im Jahr, 4 Mio. €) und MAVERICK (59 € im Jahr, 12 Mio. €) enthalten eine Modellflug-Haftpflichtversicherung, auch für den nebengewerblichen Einsatz von Flugmodellen und Drohnen.

Die Verbände sprechen meist von Flugmodellen. Prüfen Sie deshalb die Bedingungen, ob Ihre Drohne und Ihre Art zu fliegen versichert sind. Gewerbliche Film- und Fotoflüge sind in den DMFV-Mitgliedschaften nicht versichert.

Drohnen-Kasko: Schutz für die eigene Drohne

Die Haftpflicht zahlt für Schäden, die Sie anderen zufügen, nicht für Ihre eigene Drohne. Schäden an der Drohne und ihr Verlust sind in der Regel nicht mitversichert. Eine Kaskoversicherung für Absturz, Diebstahl und Fly-aways ist freiwillig. Stiftung Warentest fand Angebote ab 24 € im Jahr.

Was kostet eine Drohnenversicherung?

  • Über die Privathaftpflicht: oft ohne Extrakosten, wenn Ihr Tarif Drohnen einschließt.
  • Spezielle Drohnen-Haftpflicht: Stiftung Warentest fand sehr gute Angebote für unter 50 € im Jahr.
  • Coverdrone, Beispiel für die Freizeit mit 1,3 Mio. € Haftpflicht: 20,68 € im Jahr. Für die gewerbliche Nutzung: 143,40 € im Jahr.
  • Kasko: laut Stiftung Warentest ab 24 € im Jahr.

Die Preise hängen von Drohne, Nutzung und Deckung ab. Vergleichen Sie deshalb mehrere Angebote.

Darauf sollten Sie achten

  • Gewichtsgrenze: Ist die Abflugmasse Ihrer Drohne versichert?
  • Versicherungssumme: mindestens die gesetzliche Mindestdeckung, besser 10 Mio. € oder mehr.
  • Piloten: Dürfen Freunde und Familie Ihre Drohne fliegen?
  • Nutzung: nur Freizeit oder auch bezahlte Aufträge?
  • Geltungsbereich: nur Deutschland, Europa oder weltweit, wenn Sie mit der Drohne reisen.
  • Nachweis: Erhalten Sie die Versicherungsbestätigung nach § 106 LuftVZO?

Häufige Fragen

Ist eine Drohnenversicherung in Deutschland Pflicht?

Ja. Jeder Drohnenhalter muss nach § 43 LuftVG eine Haftpflichtversicherung haben, unabhängig vom Gewicht der Drohne.

Reicht meine Privathaftpflicht für die Drohne?

Oft ja, aber nicht immer. Viele Tarife versichern nur Drohnen bis 2,5 kg, manche nur bis 250 g. Lassen Sie sich den Schutz schriftlich bestätigen.

Was kostet eine Drohnenversicherung?

Über die Privathaftpflicht oft nichts extra. Spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherungen gibt es für unter 50 € im Jahr, Kasko ab 24 € im Jahr.

Muss ich einen Versicherungsnachweis mitführen?

Ja. Führen Sie die Versicherungsbestätigung Ihres Versicherers bei jedem Flug mit. Die Behörden können sie verlangen.

Brauche ich eine Kaskoversicherung für die Drohne?

Nein, sie ist freiwillig. Sie zahlt für Schäden an der eigenen Drohne oder deren Verlust, was die Haftpflicht nicht abdeckt.

Quellen

Zurück zu Drohne Regeln Deutschland 2026: Registrierung und Versicherung

Diese Seite fasst die offiziellen Regeln zusammen und wird regelmäßig geprüft, ist aber keine Rechtsberatung. Prüfen Sie vor dem Flug immer die Seiten der Behörde.